Costaérès, sein Schloss, seine Legende

Gegenüber dem Strand von Saint-Guirec, sichtbar von der Terrasse des Castel Beau Site aus, erhebt sich das Schloss Costaérès mit seiner neomittelalterlichen Silhouette auf einer Insel aus rosa Granit. Sein Name stammt aus dem Bretonischen „coz-seherez“, was so viel wie „alte Trockenanlage“ bedeutet – ein Ort, an dem Fischer früher ihren Fang trockneten. Das zwischen 1892 und 1896 für den polnischen Ingenieur und Mathematiker Bruno Abakanowicz errichtete Herrenhaus aus rosa Granit und Schiefer ist ein typisches Beispiel für die prachtvollen Küstenresidenzen des späten 19. Jahrhunderts. Zahlreiche Persönlichkeiten waren hier zu Gast, darunter Henryk Sienkiewicz, der dort seinen Roman „Quo vadis“ schrieb, für den er 1905 den Nobelpreis für Literatur erhielt. Eine Besonderheit: Die Inneneinrichtung wurde aus dem Holz eines Dreimasters gefertigt, der 1896 vor den Klippen des Schlosses strandete. Das Schloss liegt im Natura-2000-Schutzgebiet und ist nicht für die Öffentlichkeit zugänglich, doch seine markante Silhouette ziert die berühmtesten Postkarten der Côte de Granit Rose.


